Beschreibung
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Der Auftraggeber plant die Vergabe folgender Planungsleistungen: Fachplanung Technische Ausrüstung gem. §§ 53ff. HOAI 2021, Anlagengruppe 2 und 3, Leistungsphasen 2-8, Grundleistungen und Besondere Leistungen. Die geschätzten Kosten für die Maßnahme belaufen sich für die KG 420 ca. 60.000 EUR brutto, auf die KG 430 ca. 415.000 EUR brutto. Die Fertigstellung der Sanierung mit Übergabe an den Nutzer ist für das IV. Quartal 2027 geplant. Die geplante Bauzeit beträgt 12 Monate inkl. Restaurierung. Mit dem Verfahren soll ein Ingenieurbüro für die Fachplanung Technische Ausrüstung, AG 2 und 3 gefunden werden. Zur Umsetzung des Projektes werden Planer mit einer besonderen Befähigung im Umgang mit Denkmalen gesucht. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten, Tragwerksplanern, Restauratoren und anderen an der Planung Beteiligten ist unabdingbar. Erforderliche Planungsleistungen in den Bereichen Objektplanung Gebäude und Innenräume und den Fachplanungen Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, AG sowie Restaurierung Steinkonservierung, Metall und Befunduntersuchung werden in gesonderten Verfahren ausgeschrieben. Die öffentlich-rechtliche Wartburg-Stiftung hat seit ihrer Gründung 1922 die Aufgabe, die Wartburg und ihre Kunstschätze in würdiger Form als Kulturstätte von internationalem Rang und Denkmal der deutschen Geschichte zu erhalten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Sie realisiert dazu heute Ausstellungen, Veranstaltungen, Konzerte, museumspädagogische Programme, forscht und publiziert zum Bau, zur Geschichte und zur Kunstsammlung Wartburg. Die Wartburg wurde 1999 als „ideale Burg“ von der UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen. Zu den Aufgaben der Stiftung zählt damit auch der Schutz von Weltkulturerbe und dessen bauliche Erhaltung. Die Sanierung von Palas und Neuem Treppenhaus ist notwendig, um das Welterbe zu schützen und den Burgbetrieb sicher, gefahrlos und erlebnisreich für die Öffentlichkeit zu gestalten. Der optimierte Gebäudezustand nach der Sanierung verbessert tiefgreifend die Arbeit der Wartburg für die Öffentlichkeit, führt zu dauerhaften Kosteneinsparungen und optimiert den ressourcenschonenden wirtschaftlichen Betrieb der Burg. Die über 900 Jahre alte, durch eine besondere Architektur geprägte Wartburg ist eine der bekanntesten Höhenburgen Mitteleuropas. Ihr im 12. Jahrhundert errichteter Palas zählt zu den bedeutendsten und besterhaltenen romanischen Profanbauten nördlich der Alpen. Sie ist mit historischen Ereignissen, Persönlichkeiten und kulturellen Werten von universeller Bedeutung verbunden und wurde 1999 als "ideale Burg" in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Keine weitere Burg in Deutschland hat als Einzeldenkmal diesen Status. Sie ist in allen Denkmal-Listen Thüringens und Deutschlands verzeichnet und begeht 2024 das 25-jährige Welterbe-Jubiläum. Die Wartburg ist ein hochfrequentierter, täglich geöffneter Kultur- und Geschichtsort mit Bildungsauftrag für Menschen aller Altersgruppen und Herkunft, der sich in seiner Arbeit den ICOM-Kriterien verpflichtet sieht. Sie gehört der "Konferenz National bedeutsamer Kulturorte (KNK)" und der "AG Orte der Demokratie" an und begrüßte als einer der bekanntesten Erinnerungsorte unseres Landes im Jahr 2022 knapp 440.000 Gäste aus Deutschland und der Welt. Die Maßnahme stellt ein Investment in den Schutz und den ressourcenschonenden Betrieb einer weltweit bekannten Kulturinstitution dar. Sie kann zu Teilen Modellcharakter für andere Burgen haben. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um zu erwartende schwere Schäden am Welterbe Wartburg abzuwenden. Der Klimawandel (Hitze, Sturm und Starkregen) verstärkt den Druck zum zeitnahen Handeln. Die fehlende Dachdämmung führt zu Auskühlung/Überhitzung der Gebäude, schränkt den Nutzungszeitraum ein und schädigt das Kulturgut. Technische Anlagen im Palas-Festsaal sind nicht funktionsfähig (z. B. Heizung), entsprechen nicht den geltenden Sicherheits- und Energiestandards bzw. sind nicht vorhanden (Be-/Entlüftung). Es bestehen Mängel bezüglich des Brandschutzes, der Sicherheit und der Fluchtwege-Situation. Der Soll-Zustand nach Ableistung der Sanierung sieht vor, dass der Palas (inkl. Neues Treppenhaus) in allen baulichen, technischen, sicherheits- und brandschutztechnischen, organisatorischen und denkmalpflegerischen Parametern den heutigen Anforderungen an eine national und international bedeutsame Kultur- und Geschichtsinstitution mit UNESCO-Welterbe-Status entsprechen. Die Bruttogrundfläche von Palas und neuem Treppenhaus beträgt rund 1500 m². Vorbehaltlich der noch ausstehenden Fördermittelzusage kann der tatsächliche Maßnahme-Umfang bzw. das Investitionsvolumen des Projektes noch nicht abschließend festgestellt werden. Nach heutigem Kenntnisstand beträgt das Investitionsvolumen ca. 6,0 Mio. € brutto